Aufgrund der sehr instabilen und gewitterigen Wetterlage war der Entscheid betreffend Durchführung nicht unbedingt leicht. Jedoch nach dem Motto "wer nichts wagt, gewinnt nichts" fuhren wir "acht" am Sonntag früh mit dem ÖV ins Wallis. In Visp angekommen, herrschte am Bahnhof Chaos pur. Diverse Ziele waren wegen des verehrenden Unwetters vom Samstag bis in die Nacht auf Sonntag nicht erreichbar. Sicherheitshalber vergewisserte ich mich noch beim Bus-Chauffeur über die Lage in Zeneggen. Doch diese Gegend war vom Unwetter nicht betroffen, und wir erreichten Zeneggen mit dem Bus ohne Zwischenfälle.

Bevor wir starteten, erzählte ich zuerst noch ein paar Einzelheiten über die vorgeschichtlichen Ereignisse dieses herzigen Walliser Dorfes. Leider sahen wir vom Panorama um Zeneggen nicht gerade viel. Auf der einen Seite Richtung Saastal sollte die Mischabelgruppe zu sehen sein und auf der anderen Seite die Berner Alpen.

Im lichten Nadelwald wanderten wir Richtung Diepja. Der Wanderweg war in gutem Zustand, stellenweise etwas nass, jedoch nicht matschig. Eine wunderschöne Alpenflora blühte bei den Lichtungen Diepja und Eischmatte. Die feuchten Wiesen waren übersät mit Orchideen, vor allem Handwurz und Knabenkraut. Nach Eischmatte wurde der Nadelwald etwas dichter und geheimnisvoll bezaubernd. Der Wanderweg im Wald war gepolstert mit Tannennadeln und daher sehr angenehm weich.

Kurz bevor wir den Moosalp-Panoramarundweg erreichten, bewunderten wir durch eine Lücke im Wald die gegenüberliegende Bergkette. Die Wolken hatten sich just in diesem Moment fast verzogen und die Gipfel glitzerten im mit noch wenig Gewölk verzierten, aber überwiegend blauem Himmel. Es zeigte sich später, dass dies der einzige Moment mit guter Sicht war. Kurze Zeit danach beherrschten wieder die unterschiedlichen Grautöne den Himmel.

Auf dem schönen Panoramarundweg wanderten wir nach Breitmatte. Neben dem Weg blühten bereits erste Alpenrosen. Leider versteckte sich das Bietschhorn in einem Wolkenmantel und lediglich der noch schneebedeckte Fuss war sichtbar. Bei Breitmatte belagerten wir gleich einen Holztisch mit Bänken, neben einer Eringer-Kuhherde, eigentlich ein wunderschöner Mittagsplatz mit Bergblick. Nur die Gipfel waren verhangen und ein kühler Wind zwang nach dem Mittagsimbiss vor allem mich zum baldigen Aufbruch.

Nach einem kurzen Aufstieg, am idyllischen Breitmattusee und Bonigersee vorbeiwandern, erreichten wir das Ziel und höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung: den „Stand“ auf 2121 m Höhe. Panoramatafeln zeigten, was rundum sichtbar gewesen wäre, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre. Anstatt Sonne machten sich erste Tropfen bemerkbar. Jedoch kaum die Regenbekleidung montiert, war der Regenspuk auch schon vorbei, nicht aber das Grau.

Da für heute keine Sichtverbesserung zu erwarten war, setzten wir die Rundwanderung fort und erreichten via "Chalte Brunne" bald darauf die Bürchner Alp. Auf der gemütlichen Terrasse des Restaurants Panorama liessen wir den eindrücklichen Tag ausklingen. Die Sonne zeigte sich zwar spärlich, jedoch bis auf ein paar Tropfen auf dem „Stand“ blieb der Tag trocken.

Eine Stunde früher, als erwartet, brachte uns Bus und Bahn wohlbehalten wieder zurück.
Schlussbemerkung: Trotz mehrheitlicher Bewölkung genossen wir einen wunderschönen und lohnenswerten Tag im Wallis. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Alle für die unterhaltsame und liebenswürdige Begleitung.

Die Schreiberin
Irene Modena