Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. SRF Meteo meldet auf «unser» Wochenende hin einen veritablen Temperatursturz. Vor allem der Samstag soll so richtig kalt und stürmisch werden. Auch kann es viel Schnee geben. Für uns aber kein Grund die Wanderung abzusagen. Unter dem Motto «es chunnt scho guet» sind wir meisten gut gewandert. Aber alles der Reihe nach. 

  1. Tag

Fahrt nach Thusis mit Halt im Cafe Wagner. Da ich mit meinen Wetterprognosen (ich rechnete mit wenig Regen) meisten richtig liege, kamen wir fast trocken durch den Tag. Nach dem wir die A13 und den Hinterrhein gekreuzt hatten, begannen wir mit dem steilen Aufstieg zur Burganlage Hohenrätien.  Der grösste Teil der Wanderung lag im Wald, so dass uns der Wind nicht viel anhaben konnte. Ein spannendes Teilstück folgte, immer wieder konnten wir einen Blick werfen in die eindrückliche Viamalaschlucht. Viele Bachläufe mussten überquert werden, wo noch Spuren von einem Hochwasser zu sehen waren. Nach dem überqueren des Traversiner Stegs, einer imposanten Hängebrücke, entdeckten wir einen Pilz, den viele von uns noch nie gesehen hatten, den Erdstern. Nach einem steilen Aufstieg erreichten wir schliesslich die Viamala Schlucht. Der Besuch war lohnend und spannend. Für einen Teil der Gruppe war für heute fertig gewandert. Der andere Teil der Gruppe machte sich zu Fuss auf den Weg nach Zillis. Lieber Kurt, besten Dank für das Quitten-Träumli zum Abschluss der Wanderung. Mit dem gleichen Bus ( perfektes Timing) fuhren wir zur Roflaschlucht. Zum Glück konnten wir den obligaten Apero im Restaurant geniessen. Auch die Roflaschlucht wurde besichtigt und wissenswertes über seine Geschichte gelesen. In rund 50 Minuten brachte uns der Bus nach Juf, dem höchst gelegenen ganzjährig bewohnten Ort in Europa auf 2117m. Es erwartete uns ein richtiger Schneesturm, so dass wir schnell im Hotel Alpenrose die Wärme aufsuchten. Ein feiner 4-Gänger rundete den abwechslungsreichen Tag ab.

  1. Tag

Vorgesehen war in 2 Varianten nach Bivio zu wandern. Schnee hatte es nicht sehr viel, aber Wind  und Kälte um so mehr, so dass klar war, auf über 2500m dürfen wir heute nicht gehen. Diese Ersatzvariante konnte ich bereits zu Hause zusammenstellen. So fuhren wir halt wieder zurück nach Thusis für die heutige Wanderung. Eckdaten der Tour: Thusis – Muldain, 11.5km, 720m Aufstieg, 230m Abstieg, Wanderzeit 3.45 Std. Zuerst flach durchs Wohnquartier in Thusis. Nach dem überqueren des Hinterrheins (schon wieder) erreichten wir Sils im Domleschg. Vorbei an der Kirche St. Cassian und der Burg Baldenstein, und schon konnten wir die Albula beim Kraftwerk Sils überqueren. Jetzt wurde es so richtig stotzig. Nach Plaun Fontana wurde der Weg flacher. An einer Waldlichtung konnten wir nochmals ein Quitten–Träumli geniessen. Normalerweise fahren wir über die Solisbrücke, diesmal konnten wir auf die imposante Brücke herabschauen. Ein spannender Weg führte uns nach Muldain, ein paar Schluchten, vorbei an senkrechten Wänden, was willst du mehr. Angesagt hatte ich wenig Regen, und sehr wenig Regen ist gekommen. Der Bus brachte uns via Lenzerheide und Tiefencastel nach Bivio. Hier hatte es richtig viel Schnee. Im Hotel Solaria wurden wir mit einem feinen Nachtessen verwöhnt.

  1. Tag

Geplant war eine Wanderung auf die Alp Flix. Bereits am Abend war klar, auf die Alp Flix wandern liegt nicht drin. 30 bis 40 cm Neuschnee entsprechen nicht den Anforderungen an einen gemütlichen Wandertag.  Zusammen mit Oskar und Toni wurde eine würdige Ersatzwanderung ausgeheckt. Mit dem Bus nach Tinizong, Wanderung nach Mon oder nach Tiefencastel. Gemütliches einlaufen zum Talboden und weiter nach Savognin. Und es ist halt so, wenn Engel reisen ……………. ich hatte kein Regen angesagt, die Sonne ist gekommen. In Rion überraschte uns Oskar mit einem wunderbaren Apero auf der Sonnenterasse, wie haben wir das verdient? Via Salouf erreichten wir Mon, und konnten nochmals richtig die Aussicht geniessen, zum Beispiel das Bergsturzgebiet oberhalb Brienz. Das letzte Ziel war der Bahnhof Tiefencastel, den wir entweder mit dem Bus oder zu Fuss erreichten.

Wie im Flug gingen die drei Tage vorbei. Trotz nicht immer super Wetter war die Stimmung perfekt.  Und das wichtigste, alle 23 Teilnehmer sind wieder gesund nach Hause gekommen. 

Ein herzliches Dankeschön an Burgi fürs mitorganisieren, Oskar für den grosszügigen Apero.

 René Meier