Die Wetterprognosen waren nicht unbedingt umwerfend aber auch nicht so schlecht.
Daher nach dem Motto "es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Bekleidung" trotzten elf unerschrockene, wagemutige Alpenclübler dem wechselhaften Wetter und reisten mit dem ÖV nach Trachslau. Bereits bei Ankunft in Trachslau durfte als erstens die Regenmontur getestet werden. Dank des nassen Starts leisteten wir uns einen nicht geplanten Startkaffee im heimeligen Restaurant "Tändli".
Etwa eine halbe Stunde später marschierten wir dann Richtung Waldrand und im Wald Richtung Nüsellstock. Die Wanderwege waren vom nächtlichen Regen recht nass und stellenweise matschig. Eine Artenvielfalt von Pilzen gedeihen in diesem Gebiet auch bekannt bei den Pilzliebhabern. Prompt kreuzten unseren Weg zwei Pilzsammler, gemäss ihrer Aussage war jedoch die Suche nicht unbedingt erfolgreich.
Während des Aufstiegs zum Nüsellstock durften wir zwei - oder waren's drei - kurze Regenschauer über uns ergehen lassen. Auf dem Nüsellstock hatte es zwar aufgehört, zu regnen, dafür blies ein zügiger Wind um unsere Ohren. Die Sicht ins Tal mit dem Aegerisee und Sihlsee war passabel, der Rest wolkenverhangenen. Der kühle Wind liess uns hier nicht lange verweilen.
Weiter ging's auf dem Hügelrücken in einem auf und ab Richtung Hoch Tändli und auf matschiger Wiese zum Chli Tändli. Spätestens jetzt besitzte jeder Dreck verschmierte Hosenbeine und feucht-schmutzige Schuhe. Von den umliegenden Berggipfeln war immer noch nicht viel zu sehen, sogar bei den beiden Mythengipfeln zierten Wolkenkränze. Auch die herbstliche Färbung der Bäume kam nicht richtig zur Geltung und wirkte ohne Sonne glanzlos. Es folgte der Näbikenfirst und zum Schluss der Grossbrechenstock mit Blick auf die andere Hügelseite Spilmettlen. Zeit für's Quitten-Träumli, welches Kurt aus dem Rucksack zauberte.
Der Wanderweg führte um die Moorlandschaft „Hinter den Widen“ und am Fusse des Hochstucklis vorbei Richtung Bannegg. Die Sicht verbesserte sich mittlerweile ein wenig und im Tal war von dieser Seite der Urnersee erkennbar. Trotzdem zog bei Spilmettlen vor dem Abstieg Richtung Mostelberg nochmals ein kurzer Regenschauer zügig an uns vorbei. Auf dieses „Supplement“ hätten wir eigentlich verzichten können.
Zum Schluss stolzierten wir ca. 58 m über dem wildromantischen Lauitobel und herabblickend auf Baumwipfeln auf der 374 m langen Hängebrücke „Skywalk“ schwindlig schaukelnd nach Mostelberg. Die Zeit reichte noch für einen kurzen Restaurantbesuch, bevor wir mit der Dreh-Gondelbahn nach Sattel schwebten und mit dem ÖV wohlbehalten, ohne Gedränge sowie mit reichlich Platz nach Hause fuhren.
Ich hatte mit Aufhellungen spätestens nach Mittag gerechnet, diese zeigten sich dann bei der Heimfahrt. Vielen Dank für Eure herzliche Gesellschaft. Es war trotz Wolken und nassen Wanderwege eine tolle und lohnenswerte Tour.
Die Schreiberin
Irene Modena