Auf dem Wildheuerpfad von Eggberge nach Flüelen

Mit 16 Personen starteten wir, geführt von Markus, zur  einmaligen Wanderung auf dem Wildheuerpfad am Fusse des Rophaien, inmitten der herrlichen Urner Berglandschaft. Bereits die Fahrt mit der kleinen Bergbahn von Flüelen hinauf nach Eggberge war ein besonderes Erlebnis. Oben angekommen, erwartete uns eine phantastische Aussicht auf Urner-See und Berge. Bei strahlendem Sonnenschein führte uns ein breiter Weg erst über grüne Matten zum Gruonwald. Durch den gut ausgebaute Waldpfad ging's leicht ansteigend zum Hüttenboden. Hoch ragen die steilen Flanken des Rophaien und weiteren Gipfeln vor uns auf. Auf der Route durch die wundervolle Landschaft und durch lichten Wald boten sich immer wieder beeindruckende Ausblicke, zum smaragdgrünen See.

Aber auch die Folgen der extremen Trockenheit waren sichtbar. Es gab nur kleine Rinnsale zu sehen.

Unterhalb des Rophaien führte unser Weg entlang der steilen Tschorren Bergflanken. Es duftete nach frischem Heu. Auf den teilweise extrem steilen Wiesen waren die Wildheuer bereits fleissig bei der Arbeit gewesen. Das Gras war vor Kurzem gemäht und per Heuseil auf die Alp gebracht worden. Es ist kaum vorstellbar, wie die Wildheuer an diesen steilen Hängen arbeiten und dabei ihre schwere und anspruchsvolle Arbeit verrichten. Ihre Leistung verdient grossen Respekt. Über die Wiesen flatterten viele seltene und wunderschöne Schmetterlinge. Eine Besonderheit dieser artenreichen Gegend. Die vielfältige Natur und die besondere Landschaft machten die Wanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis. An diesem sehr heissen Tag waren wir um jede Pause im Schatten froh. Beim liebevoll gestalteten Wildheuer-Unterstand mit historischen Fotos und alten Arbeitsgeräten genossen wir die Mittagsrast.

Steil führte der Pfad hinunter zur Franzenalp. Immer erblickten wir hoch über uns das riesige Gipfelkreuz des Rophaien. Bei der Alphütte war kein Mensch zu sehen. Doch die Älpler hatten an durstige Wanderer gedacht und jede Menge Getränke im Brunnentrog kalt gestellt.  Die Steilheit des Geländes erforderte sorgfältiges Gehen. Gleichzeitig genossen wir die herrlichen Ausblicke auf den See und die beeindruckende Bergwelt.

Nach dem Abstieg zur Alp Oberaxen, wo das Bergrestaurant wegen Wassermangel geschlossen war, wartete noch ein weiteres Highlight auf uns: die Fahrt mit der spektakulären Nidsi-Obsi-Bahn.

Auch eine der 30 Kleinseilbahnen, mit Herzklopfen Effekt, im Katon Uri. Während wir nach Flüelen hinunter schwebten, jeweils nur 4 Leute in der "Kiste" konnten wir die eindrucksvolle senkrechte Steilwand und die gewaltige Berglandschaft nochmals aus einer ganz besonderen Perspektive bestaunen.

Mit einem «Schwumm» im See oder auch nur die Füsse eintauchen, obwohl schon schwarze Wolken am Himmel hingen, und ein Glacé am Kiosk rundeten wir den erlebnisreichen Wandertag ab. Dann kam der Regen.

Es war ein gelungener Wandertag in fröhlicher Gemeinschaft, bestens vorbereitet und geführt von Markus. Vielen Dank. Wir wurden  nicht nur mit phantastische Aussichten und einer vielfältigen Natur beschenkt, sondern uns wurde auch eindrücklich vor Augen geführt, welche beeindruckende Arbeit die Wildheuer in dieser steilen Bergwelt leisten.

Ruth Mühle